Chronik

Die Bohrer aus Günterstal gründen ihren Namen auf eine in der Planung ernst  gemeinten, im Ergebnis jedoch närrischen, Begebenheit aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Die Günterstäler wollten durchaus den Orten unserer näheren Umgebung nacheifern, in denen zu jener Zeit Heilquellen erschlossen wurden.

Geologen vermuteten, dass auch am Hölderlebach bei dem Kreuz oberhalb der Wonnhalde Quellen zu finden seien.

Zwar rieten Experten ab, es wurde dennoch gebohrt – mit dem Erfolg, dass die Günterstäler heute noch auf das Wasser warten – dafür aber ein neues Narrennest erhielten.

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Bohrer-193

1935 kam Bäcker- und Konditormeister Josef Burger auf die Idee, aus dem damaligen Vorkommnis, die  Bohrer - Zunft   zu gründen.

Aus dem Männergesangsverein Günterstal, dessen Vorstand er war, ging man unter Beteiligung des Musikvereins Günterstal an den Aufbau.

1936 waren die Bohrer das erste Mal mit einem Wagen beim Rosenmontagumzug dabei.

Auf dem Wagen wurden die Bohrtürme dargeboten, begleitet von Bohrern und Wünschelrutengänger.

Die pferdebespannten Wagen wurden von der Brauerei Ganter gestellt, und in Anlehnung an den Kittel der Fuhrmänner wurden auch die Bohrer mit diesem Häs versehen.

Bohrerturm-w02
Steffi Sch

Das damalige Häs bestand aus einem blaugestreiften Fuhrmannskittel, den am Vorderteil bunte Borten zierten, einem rot- weissgetupften Schnupftuch als Krawatte, den Kopf zierte eine Schwarzwälder Melone und als sichtbares Zeichen trugen die Männer schwere Eisenbohrer mit angelöteter Blechspirale beim Umzug mit.

Die Frauen hüllten sich in blaue, weissgetupfte Blusen, schwarze Röcke, unter denen lange weisse Spitzenunterhosen hervor schauten und Schürzen von dem Stoff der Männerkittel. Das rotweisse Schnupftuch wurde als Kopftuch getragen.

1937 brachten die Bohrer als Attraktion zum Umzug die    “Altweibertmühle„  mit.

„Alte Wiber„ in einem grossen Trichter rutschten hinein, frisch und knusprige „jungi Maidli„ kamen aus dem Mahlwerk.

So wirkt ein Kuraufenthalt in Günterstal, wollte man auf diese Art sagen.

Altweibermühle
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1937 wurden die Bohrer als Narrennest in der BNZ aufgenommen. Auch hier wurde die aufstrebende Entwicklung durch die Kriegsjahre unterbrochen.

Josef Burgert (links im Bild), aus dem Haus der ehemaligen Klostermühle in der Hirschstraße stammend, war erster Zunftvogt der Bohrer und ab 1937 Obersteiger (Oberzunftvogt). Als Vorsitzender des Männergesangvereins Günterstal baute er das Narrennest auf, in dem er als erster Humorist, zusammen mit seinem Schwager und damaligen Sangesbruder Josef Rees von den Städtischen Bühne, manche Veranstalltung durch urigen Humor bereicherte.

1954 wurde Josef Burgert zum Ehrenzunftvogt ernannt, nachdem er in den Nachkriegsjahren wieder aktiv am Aufbau des Narrennestes beteiligt war.

 

Josef Burgert starb im Jahre 1957.

 

J.Burgert-1ter ZV
Krissmann-1

Heinrich Krissmann, Zunftvogt seit 1956 führte das Narrennest bis ihn sein Sohn, Heinz Krissmann ablöste, und ihn die Breisgauer- Narrenzunft zum Oberzunftvogt ernannte.

Ne

1957 strahlte die Sonne mit den Narren am Rosenmontag um die Wette. Die Kokostannen aus dem Bohrertal konnten diesmal dem närrischen Publikum vorgeführt werden, von zwölf Negern und 32 Hästrägern begleitet.

Auch eine Fasnets-Ausgrabung wurde erstmals am Schmutzige Dunschtig durchgeführt, sowie die erste Bohrerrsuppe am Rosenmontag gelöffelt!

Der Fasnets - Ignaz wurde von nun an, an jedem Fasnet - Dienstag um Mitternacht mit viel Klamauk und närrischen Einfällen im Narrennest verbrannt.

1960 fuhr die Bohrer - Mondrakete am Umzug  durch Freiburgs Straßen.

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Mond

1961 mekerte mancher Aktive über das alte Bohrerhäs und träumte mit seinem Zunftvogt von einem Flecklehäs mit Holzmaske.

Doch wie das neue Häs genau aussehen sollte, dass wußte keiner so recht. Deshalb bat Zunftvogt Heinz Krissmann alle Zunftmitglieder, bis zum nächsten Bohrerhock konkrete Vorschläge, Zeichnungen oder Modelle mitzubringen.

Die Modellpuppe der Narrenschwester Steffi Schoch fand größten Beifall und wurde einstimmig gewählt.

Die Fleckle in der Form von Rhomben sind in der Hauptfarbe grün gehalten, sie soll das grün der Wiese symbolisieren wo die Bohrungen stattgefunden haben. Schwarze Fleckchen, so angeordnet, dass sie Streifen über Jacke und Hose bilden, als Symbol für den Bohrturm und die roten Fleckle längs der Streifen rechts und links verteilt sollen zeigen, dass das Bohren erfolglos war.

 

Das große Rückendreieck mit Bohrer ist ein Vorschlag von Zunftvogt Heinz Krissmann. Handschuhe mit Schellen und ein Holzbohrer mit Pfeife ergänzen das Häs. Der führende Zunftvogt hat auf seinem Bohrer noch zusätzlich einen kleinen Bohrerkopf.

Nachdem die Genehmigung für das neue Bohrerhäs vorlag, gingen die Bohrerschwestern Irmgard Stehle und Steffi Schoch daran das erste Bohrerhäs zu schneidern das im August 1961 dem Kostümausschuß der Breisgauer Narrenzunft von seiner Schöpferin persönlich vorgestellt wurde.

Am 11.11.1961 stellte sich der damalige Zunftvogt Heinz Krissmann im Kolpingsaal mit dem neuen Bohrerhäs Freiburgs Narren vor.

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Maske

Der Entwurf zur Maske stammt von Albert Stehle, die Maske wurde von Bildhauermeister Josef Tränkle in Elzach gestaltet. Auch hier kehrt das Wesentliche des Bohrers, die Spirale, in Nase und Haarlocke wieder. Ein Unikat in der Freiburger Fasnet ist der Holzbohrer, dessen Querholz zu einer Pfeife ausgestaltet ist.

Alljährlich stellte das Narrennest der Bohrer einen Umzugswagen für den Freiburger Rosenmontagsumzug, so war es im Jahre 1963 der Wagen mit Adenauers Rücktritt, der mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

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1971 führte man am Schmutzige Dunschdig - Morgen das Wecken der Günterstäler sowie Spenden- sammeln für das Kinderfest am Mittag ein.

Um 7 Uhr in der Früh hüpfen die Bohrer mit viel Radau  und Pfeifmusik durch den Ort, wobei mancher vor Schreck aus dem Bett fällt. Das Wecken am Schmutzige Dunschdig ist mittlerweile Tradition geworden.

Thoma-Suppe

Am Fasnet - Samstagmittag traf man sich mit vielen Abordnungen der Freiburger Zünfte samt Damen- und Herren- elferrat im Schillhof, bei Hans Thoma und seiner Frau, wo alle gemeinsam die Thoma - Bohrersuppe auslöffelten.

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Nach der Fasnet 1971 übergab Zunftvogt Heinz Krissmann aus geschäftlichen Gründen sein langjähriges Amt seinem Stellvertreter Wilfried Riethmüller.

Rommel

Auch in Kiel waren die Bohrer gern gesehene Gäste bei Kapitän und Mannschaft des Lenkwaffenzerstörers “ Rommel “ , die uns zum Marineball und auf ihr Schiff einluden. Schon ein paar mal waren die Rommel - Jungs mit ihrem Kapitän in Günterstal Gäste der Bohrerzunft.

Seit April 1984 sind die Blechtonspucker ins Leben gerufen worden. Pünktlich zum Protektorat, standen diese parat.

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Hubi

Im Jahr 1998 übergab OZV Wilfried Riethmüller nach 27 Jahren sein Amt an  Hubertus Thoma ab.

2006 erhielten Christa und OZV Wilfried Riethmüller die Ehrennadel für  

                    

                         50 Jahrer BNZ.

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OZF Wilfried Riethmüller starb im Frühjahr 2006

2004 übernahm Michael Zinner den Platz als Zunftvogt

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 2010  ---      75 Jahre Bohrer - Zunft

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Seit der Zunfthauptversammlung 2010 führt Joachim Birkenmaier die Zunft an.

Den Mann erkennt man immer... Sonnenbrille und Handy am Ohr

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77 Jahre Bohrer - Zunft      2012

Die Günterstäler Bohrerzunft feierte ihr 77-Jahre-Jubiläum.

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Der Nachwuchs der „Günterstäler Bohrer“ führte beim Jubiläumsabend seinen Narrentanz auf. Foto: Hans Sigmund

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Diese närrischen 77 Jahre waren nun Anlass, im Oberwiehremer Maria-Hilf-Saal mit fast 300 Hästrägern aus ganz Freiburg das närrische Jubiläum zünftig zu feiern.

Komplett gefüllt war der Pfarrsaal in der Oberwiehre, als der Zunftvogt der Bohrer, Joachim Birkenmaier, den Jubiläums-Narren-Hock eröffnete. Mit Preisen, wie zu Großmutters Zeiten (Currywurst und Bier zu 0,77 Euro), zeigten die Bohrer, dass sie an diesem Abend keinen "Reibach" machen wollten, sondern wirklich als große Narrenfamilie zusammen feiern wollten.

Immer wieder von Tanzrunden unterbrochen, mit denen die Musik-Band "Gin-Fizz-Family" für ausgelassene Stimmung sorgte, ging ein kleines, aber für diesen Abend bestens geeignetes Unterhaltungsprogramm über die Bühne. So zeigte der Narresoome (Narren-Nachwuchs) nach dem gemeinsamen Singen des Bohrerliedes nach vielen Jahren wieder einmal den inzwischen neu einstudierten Narrentanz. Die danach von einigen Zünftlern gezeigten Parodien auf der Männertoilette und am Pimper-Klavier, bei dem auch der Elferrat-Chef Achim Wiehle mit einbezogen wurde, erhielten viel Applaus. Gegen Mitternacht sorgten nochmals die Guggemusiker der Eckepfätzer für ausgelassene Stimmung. Dieses Jubelfest nicht in Günterstal in der einzigen dort befindlichen Mehrzweckhalle der Schule zu feiern, sondern in dem größeren und mit weniger Auflagen zu bekommenden Maria-Hilf-Saal, war eine gute Entscheidung – zumal inzwischen die wenigsten aktiven Zünftler überhaupt noch in Günterstal wohnen.

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